Psychotherapie

Ruhestand

Ich bin im Ruhestand und praktiziere nicht mehr als Psychotherapeut.
Sie können sich gerne an meine Nachfolgerin in meiner Praxis in der Sophienstraße 15,
Frau Julia Krocker oder an meinen Kollegen, Herrn Matthias Margraf wenden.

Aus meiner Erfahrung...

Einzeltherapie

Lerne, die Welt zu erkennen. Lerne, dich zu erkennen. Und dann lerne, dass du nur erkennen kannst, was du liebst.
Lerne, die Welt zu verändern. Lerne, dich zu verändern. Und dann lerne, dass du nur verändern kannst, was du gar nicht verändern willst.
Was du gar nicht verändern willst, ist das, was du liebst.

Paartherapie

Ein Knoten ist nur solange ein Knoten, wie an beiden Enden des Seils jemand zieht.
Ein Beziehungsknoten entsteht, wenn die Partner Objektivität und Altruismus fordern; wenn sie Aggressionen unterbinden; wenn sie Vernunft und Verständnis hochhalten; wenn sie zu viel Ernst und zu wenig Humor aufbringen.
Diesen Knoten lösen können wir nur: subjektiv, egoistisch, aggressiv, verrückt, verständnislos, albern, lachend …
Überrascht?

Gruppentherapie

Den anderen sehen. Sich sehen. Sich im anderen sehen. Und den anderen in sich selbst.
Sehen wie der andere sich sieht. Wie er mich sieht. Sehen wie er sich in mir sieht. Und mich in sich.

Schule und Lehrkräfte

Es stehen Ihnen zwei Texte im PDF-Format zum Download zur Verfügung:

Psychotherapie ist... für Hilfesuchende

Aus meiner Sicht ist Psychotherapie mehr als die Anwendung wissenschaftlicher Methoden. In erster Linie ist sie Handreichung. Sie ist menschliche Begegnung, die der gemeinsamen Findung – und manchmal auch Erfindung – eines heilsamen Weges für den Hilfesuchenden dient. Wissenschaftliches Know-how und persönliche Erfahrung treffen hier gleichberechtigt aufeinander.

Wir Therapeuten sind insofern weniger Behandelnde und Wissende, die dem Menschen den richtigen Weg aus seinem Dilemma zeigen oder gar vorschreiben; vielmehr sind wir Fachleute darin, den Anderen zu begleiten, zu stützen und ihn zu ermutigen, die nötigen Schritte zu tun. In Zeiten der Not reichen wir ihm die Hand; wir geben sie ihm, überlassen sie ihm auch für eine Weile, wir halten seine Hand; wenn er wieder allein seines Wegs gehen kann, lassen wir seine Hand los.

Eine Wahrheit, sei es die einer Diagnose, einer Prognose oder des richtigen Weges, kann daher immer nur eine gemeinsame Wahrheit sein. Eine starre „Wahrheit“, eine von oben herab oder eine „Wahrheit“, die nur auf Status gründet, ist weniger Wahrheit als vielmehr Machtinstrument und Dogma. Hingegen erwächst jede gemeinsame Wahrheit aus Begegnung, Respekt und gegenseitigem Lernen.

Eine Psychotherapie birgt auch Risiken in sich: Vielleicht tauchen neue oder bislang unentdeckte Themen auf; vielleicht liegen die Ursprünge der Symptome tiefer als gedacht; vielleicht muss man sich Illusionen eingestehen und diese aufgeben. Oder man entdeckt, dass man in Sackgassen geraten oder Umwege gegangen ist. Dies kann schmerzhaft sein und zu Krisen führen. Um diese verarbeiten zu können, ermutige ich meine Patientinnen und Patienten zur Selbstfürsorge und zu einer selbstsicheren und kritischen Haltung der Therapie und auch mir als Therapeuten gegenüber.

Psychotherapie ist... für Kolleg*innen

Psychotherapie ist mehr als die Anwendung „wissenschaftlich fundierter und anerkannter“ Methoden. Sie ist in erster Linie menschliche Begegnung und Stellungnahme. Im psychotherapeutischen Handeln scheinen eigene Welterfahrung und philosophische, ethische und anthropologische Grundhaltungen auf. Diese können den Gang der Psychotherapie mehr beeinflussen als die expliziten Interventionen.

Die gemeinsame Reflexion dieser „Grundorientierungen zur Welt und zum Menschen“ ist Bestandteil meiner alltäglichen Arbeit. Meine Grund-Sätze über das Wesen der Psychotherapie lauten:

Eine hilfreiche Psychotherapie ist

  • integrativ: Sie benötigt viele verschiedene „Brillen“, durch die wir den Menschen betrachten. Ich verfüge deshalb über Ausbildungen in Verhaltens-, Gestalt- und Gruppentherapie sowie Fort- und Weiterbildungen in atem- und körperorientierten sowie familientherapeutischen und systemischen Ansätzen.
  • existenziell: Es werden nicht nur „Störungen“ behandelt, sondern es werden die Bedeutungen des Leidens betrachtet in seiner Einbettung in die Themen der Liebe, des Todes, der Krankheit, der Gesundheit, der Spiritualität, des Du, der Ausweglosigkeit und der Hoffnung. Ohne Verankerung in diesen Untergrund wäre Psychotherapie nichts weiter als Psychotechnik.
  • lebendig und emanzipatorisch: Psychotherapie ermutigt zum Auffinden des individuellen Weges, auch wenn nicht „Wiederanpassung“, sondern Emanzipation und „Ver-Rückung“ resultieren.
  • dialektisch: Psychotherapie akzeptiert die Dialektik verschiedener Wahrheiten, von Ich und Du, von Gesundheit und Krankheit oder auch von objektiver Realität und subjektiver Wirklichkeit. Sie fördert, indem sie das Sosein des Anderen würdigt und dessen Veränderung nicht verlangt, Erneuerung und Heilung.
  • relational: Psychotherapie ist Begegnung, nicht Ent-Gegnung. Der psychotherapeutische Standpunkt ist klar, aber auch zweifel-haft und beweglich. Insofern entspringt „die“ therapeutische Wahrheit weniger dem wissenschaftlichen Hirn als der Relation der Beteiligten. Anstelle der Haltung des Wissenden zeigt der Therapeut sokratische Demut mit den Konsequenzen der Neugier als heuristisches, Staunen als ästhetisches und Behutsamkeit als pragmatisches Leitmotiv.

In meiner Dissertation „Erkenntnistheoretische Grundlegung der Gestalttherapie“ habe ich eine dialektisch-konstruktivistische Wahrheitstheorie und Ethik der psychotherapeutischen Begegnung entworfen. Diese versuche ich, in meinem beruflichen Handeln zu leben.